Das Jahr beginnt stürmisch – und das Refit geht weiter

26.01.2019

Das Neujahr begrüßt uns mit Sturm aus West, der im weiteren Verlauf auf Nordwest und Nord drehte. Wir haben schon einige Stürme an Bord erlebt, aber was uns da erwartete war schon heftig. Der Wind selbst war eine Sache. Es stürmte 48 Stunden lang. Allerdings stieg durch den anhaltenden Nordwind das Wasser rasant an. 1,60 m über unserem Normalpegel! 

Das Wasser steigt und der Wind lässt die Wellen auch im Hafenbecken tanzen.
Durch die ersten Fugen einiger Feststege schwappt schon das Wasser.
Gut, dass wir an einem Schwimmsteg liegen, der mit dem Wasser steigen kann. Allerdings schaut nicht mehr viel von den Dalben raus.
Morgens früh – eigentlich geht es an dem Verbindungsstück nach unten.
Das Wasser steigt immer weiter.
Der Strand ist komplett überspült, in ein paar Stunden ist auch der Rest hier vorne überflutet.

Wir lagen gut vertäut, aber die Dalben ragten nur noch 20 cm aus dem Wasser, die Feststege waren überflutet (inklusive Stromausfall) und der Nordwind donnerte die Wellen nur so auf den Wellenbrecher. Die Fähre musste den Fährverkehr einstellen.

Die Fahrwassertonnen der Warnow werden unter Wasser gezogen.
Der überflutete Fähranleger
Nun steht der Rundsteg komplett unter Wasser.
kaum noch Platz an den Dalben
und der Übergang führt nun nach oben
Die Betonpfeiler an denen die Schwimmstege hängen.
So sieht der gleiche Pfeiler bei normalen Hochwasser aus.
Auch die letzten Feststege sind nun überflutet. Der Strom ist abgestellt.
Deutlich zu sehen wie hoch das Wasser stand. Die grüne Linie zeigt den Normalstand an.

Nach dem Sturm gab eine kurze Verschnaufpause bevor das nächste Sturmtief durchzog. Wieder mit Nordwind und auch dieses Mal gab es Hochwasser und der Strom wurde abgestellt. Aber das Wasser stieg nicht ganz so hoch wie beim ersten Mal. Es folgten noch zwei weitere schwere Stürme, bei denen das Wasser aber nicht ganz so hoch stieg.

Und die nächste Sturmflut lässt nicht lange auf sich warten.

Der Strand bot ein Bild zum Heulen! Berge von Seegras und Plastikmüll, tonnenweise Miesmuscheln und meterweise abgetragene Sandflächen. Einziger Trost dabei brachten die vielen Bernsteine, die ebenfalls an den Strand gespült wurden.

Das Hochwasser ist zurückgegangen und hat jede Menge Sand mitgenommen. Dafür liegen nun Muscheln…
… Unmengen von Seegras…
… und jede Menge Plastikmüll herum.
Das große Aufräumen beginnt mit schweren Gerät…
… und viel Manpower.
großer Bernsteinfund
erfreuliche Beute

Ein wenig Aufmunterung erhielten wir durch diesen kleinen Kerl. Er war vermutlich schon tagelang im Sturm in der Ostsee unterwegs und nutzte das Hochwasser um einen trockenen Liegeplatz zu ergattern. So lag er drei Tage lang hier im Hafen auf den Holzstufen vor einem der Restaurants und erholte sich von den Strapazen der letzten Tage.

Diese süße Kegelrobbe gönnt sich eine Pause.

Zwischen den Sturmtagen ging unser Refit allerdings weiter, teils freiwillig, teils unfreiwillig. So mussten wir zum Beispiel unser Landstromkabel erneuern, Stecker austauschen und unsere Duschbilgenpumpe rauswerfen.

Der musste dringend ausgetauscht werden!

Das kam so: „Schatz, wir müssen reden!“ – Oh, ich hasse diesen Satz! Das heißt nämlich in der Regel es muss entschieden werden, wie es mit diversen Ausrüstungsgegenständen weitergehen soll. Diesmal ging es also um unsere Duschbilgenpumpe im Steuerbord-Bad. Sie lief bisher einwandfrei, war aber leider nun verstopft. Also wurde sie ausgebaut und gereinigt. Sie lief anschließend auch erst einmal wieder, allerdings offenbarte uns der Ausbau ein Bild des Grauens. Alle Verbindungsstücke und Halteschrauben waren komplett verrostet. Na gut, die Pumpe ist so alt wie unser Boot! Trotzdem schauten wir nach möglichen Ersatzteilen. Den Todesstoß versetzte ihr dann allerdings die Tatsache, dass das Anschlusskabel innen ebenfalls völlig korrodiert war.

Ein Wunder, dass sie noch einwandfrei funktionierte!
Die Halteplatte ist komplett weg gerostet. In den Ecken waren mal runde Löcher für die Halteschrauben.
Der endgültige Todesstoß – leider sind auch die Kabel von innen korrodiert.

Also fiel die Diskussion dieses Mal zu Gunsten einer neuen Bilgenpumpe mit etwas mehr Förderleistung und einer Vorrichtung mit Zwei-Wege-Hahn, damit man bei Bedarf im Notfall noch eine weitere Bilgenpumpe mittels Schlauch aktivieren kann.

Es ist kalt geworden.
Vor dem Sturm gab es hier keine Steilkante. Nun bilden sich Eisflächen zwischen den Sandbänken und dem Strand.

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